You are here

Markusmind personal blog of Markus Diemann

Subscribe to Markusmind personal blog of Markus Diemann feed Markusmind personal blog of Markus Diemann
thoughts about education and technology
Updated: 2 hours 2 min ago

Was kann/soll/ist Präsenz-Universität heute?

Thu, 21/02/2019 - 08:10

Ich durfte den Tag der Lehre an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen mit einer Keynote zur Frage: Was kann/soll/ist Präsenz-Universität heute? eröffnen.

Wie immer habe ich dazu ein Manuskript verfasst, das ich hier teile und mich über Kommentare freue.

Auch die Slides gibt es hier drunter, sowie einen Audio-Mitschnitt.

Viel Spaß beim Hören und Lesen.

Daten, Medien und Informationen Welche Kompetenzarten braucht die digitale Gesellschaft?

Fri, 18/01/2019 - 14:23

Für einen Vortrag bin ich gebeten worden, über ein aktuelles Thema der Mediendidaktik zu sprechen. Mein Ausgangspunkt waren Debatten um die Zukunft von Arbeit (Beispiel Folie 2) und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen für die Bildung (Folien 3-4). Dies leitete über zu meiner Frage, ob dies (d.h. die Forderung nach neuen Kompetenzen, Skills, Qualifikationen etc.) ein neues Thema sei? (Folie 5).

Ich denke nein und plädiere für einen Blick zurück in die Geschichte der Bildungspolitik und Pädagogik. Hier finden sich so illustrere Konzepte wie Medienkompetenz (Folie 7) bzw. Digital Literacy (Folie 8), die beide trotz (oder gerade wegen) tiefgreifender Medienwechsel populär geblieben sind.

So ganz ausfüllend sind sie dann doch nicht, denn wir haben es heute mit völlig neuen Phänomenen wie Hate Speech oder Plattformkapitalismus zu tun. Der Umgang mit Daten wird als neue Königsdisziplin verkauft (Folie 9), was angesichts des aktuellen Massen-Datenklau auch belegt werden kann. Schaut man sich die Versuche, Data Literacy zu bestimmen näher an, werden Lücken offenbar, wie die fehlende Bedeutung der IT-Infrastruktur.

Wie auch immer man zu Data Literacy stehen mag, es ergeben sich Konsequenzen für die Mediendidaktik. Ziemlich wichtig ist, dass wir klare Begriffe brauchen (Folie 11). Es wird so viel durcheinander geworfen – egal ob absichtlich oder nicht – in der Debatte, dass man sich fragen muss, wovon reden wir eigentlich. Ich halte es für essentiell Begriffe wie Bildung, Lernen, Medien, digital und analog sauber zu trennen und einheitlich zu verwenden.

Damit lässt sich eine Grundlage legen, um über Pädagogik zu diskutieren (Folie 12). Ich spreche dabei von adaptiver Vermittlung und unterscheide verschiedene Wissensarten, Medien und pädagogische Praktiken. Manche Kombinationen wie „Faktenwissen und E-Learning“ sind gut etabliert, während wir beim gesellschaftlichen Wissen und Digitalisierung noch ganz am Anfang stehen.

 

Neuer Artikel: Bildung und Netz

Mon, 17/12/2018 - 11:03

In der aktuellen Ausgabe des Forum Wissenschaft mit dem Schwerpunkt „Emanzipation statt Kompetenzen. Bildungsbegriffe(e) in der Diskussion“ ist auch mein Artikel „Bildung und Netz“ abgedruckt.

Wie immer freue ich mich über Anregungen und Kommentare:

https://docs.google.com/document/d/1T7G8kJ0gAdW-zhZaa-5QeYTwHgUuhFTkpGBpiFzvfp4/edit?usp=sharing

 

Bildung, Kompetenz, Daten – Keynote beim 13. Netzwerktag E-Learning an der Goethe-Universität

Sat, 15/12/2018 - 08:01

Die Einladung war Anlass und Herausforderungen, für mich Ordnung in das diskursive Dickicht aus Digitalisierung, Bildung und Kompetenz zu schlagen. Dazu griff ich auf die Idee der Assemblage aus dem post-strukturalistischen Spektrum zurück und analysierte damit „Medienkompetenz“, „Digital Literacy“ und „Data Literacy“. Es ging mir um die Genealogie (wie kam z.B. die Assemblage „Medienkompetenz“ zustande?) und die innere Semantik.

Das ist alles noch Work in Progress und ich denke laut. Wer mitdenken möchte, kann gerne hier im Dokument kommentieren.

 

 

 

Bildung und Digitalisierung – eine grobe Annäherung

Tue, 04/12/2018 - 08:51

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Arbeitsstelle für die Weiterbildung der Weiterbildenden (AWW) durfte ich letzte Woche an einer Podiumsdiskussion mit Jürgen Handke zu Thema Pro und Contra Digitalisierung der Bildung teilnehmen. Als Input habe ich einige grundlegende Überlegungen zu Bildung und Digitalisierung vorbereitet.

Ich habe drei Kategorien gewählt, um Unterschiede/Gemeinsamkeiten zu diskutieren:

  1. Prozess: Bildung ist ein Zweck für und an sich und dient der Entwicklung des Menschen zu einer autonomen, reflektierten und souveränen Persönlichkeit. Es ist ein Prozess, der prinzipiell offen ist sowie unbestimmt und unbestimmbar. Damit ist die Hoffnung verknüpft, dass mehr gebildete Menschen die Gesellschaft auch humaner und gerechter machen. Darum gibt es auch Bildungseinrichtungen. Digitalisierung ist dagegen ein von Wirtschaft, Technologie und Politik gesteuerter Prozess, dessen Ende offen ist. Man orientiert sich an der Versionierungslogik der Software-Entwicklung. Nur wenige geben den Takt vor (Silicon Valley, China) und legen fest, was gut für Milliarden von Menschen ist. Die Entwicklung ist sehr lukrativ, darum werden die inneren Prozesse (z.B. Algorithmen) auch sehr geschützt und stellen eine Black Box dar. Die Digitalisierung gilt als unbestimmt („Wir stehen erst am Anfang“), aber bestimmbar (siehe dazu z.B. die Strategie der Bundesregierung für Künstliche Intelligenz).
  2. Diskurs: Über Bildung wird von Wirtschaft und Politik sehr defizitorientiert und fordernd gesprochen („die Schulen/Hochschulen müssen dringend reformiert werden, damit wir den Anschluss nicht verpassen“). Darum beschließt man die Grundgesetzänderung für den #digiPakt Schule und legt Strategien für die Bildung in der digitalen Welt fest. Es gibt einige Leuchttürme (von denen einer auch bei der Abschlussveranstaltung war), die aufzeigen, welche neuen Möglichkeiten sich durch Digitalisierung ergeben. Das gibt es aber schon seit Jahren und in der Breite hat sich wenig geändert. Das liegt daran, dass Hochschulen durch Reformen wie Bologna überfordert sind und es vergessen haben, ihre Werte und Ziele neu zu formulieren (siehe dazu auch meinen Vortrag zur Zukunft der Hochschule). Über Digitalisierung wird fast ausschließlich im Modus des Futurs gesprochen. Es wird eine Zukunft imaginiert, in der Wohlstand und Frieden die Gesellschaft bestimmen. Dazu braucht es Schlüsseltechnologien, aktuell Blockchain, da sich damit die Probleme der „alten Welt“ wunderbar lösen lassen. Man benutzt dabei beim Sprechen auch gerne Metaphern der Revolution bzw. des Untergangs, wenn mal wieder von der Gefahren des Internets oder der Smartphones gewarnt wird.
  3. Projekt: Bildung als Projekt zeichnet sich durch Wert wie Autonomie und Emanzipation aus und ist verbunden mit den Vorstellungen einer demokratischen Gesellschaft. Bildung hilft uns in einer komplexen und kontingenten Welt zurecht zu finden. Dafür braucht es Freiheit bzw. eine Befreiung von religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Fesseln, um die Welt, wie sie ist zu erkunden und einen Platz darin zu finden. Bei dem Projekt Digitalisierung spricht man von einem grundlegenden Wandel bzw. einer Transformation. Dabei werden analoge Werte und Darstellungsformen in digitale Formate umgewandelt. Es kommt dabei zu einer Reduktion, wie etwa beim Audio-Format mp3. Wir haben es auch mit einer steigenden Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur zu tun, die von wenigen mächtigen, aber politisch unkontrollierten Konzernen bestimmt wird. In Frage gestellt werden auch Vorstellungen über den Menschen (z.B. Freiheit), wenn etwa Algorithmen über Kreditvergabe entscheiden.