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Open Education in einem Zweitagesseminar

Markusmind personal blog of Markus Diemann - Tue, 14/05/2019 - 09:03

Für den berufsbegleitenden Masterstudiengang Erwachsenenbildung an der Universität Magdeburg bin ich im Modul 2 „Didaktik und Methoden“ als Dozent tätig. Als übergeordnetes Thema habe ich mich für Open Education entschieden und behandle das in einem zweitätigen Seminar.

Was ich da genau mache und warum, beschreibe ich im Folgenden. Zunächst die Rahmendaten. Das Seminar findet statt Freitags von 14:30 bis 19:00 Uhr und Samstags von 9:00 bis 15:00 Uhr. Es nehmen ca. 20 Personen teil, die in einem sozial oder pädagogischen Bereich tätig sind. Aus bisheriger Erfahrung weiß ich, dass zumeist wenig Vorkenntnisse zum Thema Open Education vorhanden sind. Das habe ich dann meist mit Input zu den Grundlagen zu kompensieren versucht. Ziel ist es, den Studierenden Open-Education-Perspektiven zu eröffnen, die für die tägliche Arbeit von Bedeutung sind.

Für das Seminar am letzen Wochenende habe ich mir didaktisch etwas anderes überlegt (inspiriert durch diesen Blogpost). Weniger Instruktion, mehr Konstruktion. Ich wollte, dass die Studierenden sich die wichtigsten Ideen zu den verschiedenen Open-Education-Ausprägungen (drei Phasen) selbst erarbeiteten. Wie im akademischen Kontext üblich, habe ich Grundlagentexte eingesetzt, die wir im Seminar gemeinsam gelesen haben

I. Phase Open Education in den 1960er und 70er Jahren

Textgrundlage: Hopf, D. (1976). Differenzierung in der Schule (Kap. 3.4 Offener Unterricht). Stuttgart: Klett.

II. Phase OER ab 2001

Textgrundlage: Kerres, M. (2019). Offene Bildungsressourcen und Open Education: Openness als Bewegung oder als Gefüge von Initiativen? MedienPädagogik 34, (Februar), 1–18. https://doi.org /110.21240/mpaed/34/2019.02.17.X.

III. Phase MOOCs ab 2008/2011

Textgrundlage: Drösser, C., & Heuser, U. J. (2013, März). Moocs: Harvard für alle Welt. Die Zeit. Retrieved from http://www.zeit.de/2013/12/MOOC-Onlinekurse-Universitaeten

Es handelt sich dabei um unterschiedliche Textgattungen, die jeweils unterschiedliche Perspektiven akzentuieren. Deutlich besonders beim Text aus DER ZEIT, der eine sehr euphorische Haltung einnimmt. So ergab sich insgesamt ein komplexes Bild. Wiederkehrende Fragen waren dann etwa Qualität oder Aspekte der Steuerung.

In der Feedbackrunde wurde zur Methode Textarbeit geäußert, dass alle Texte interessant waren, zum Teil aber zu lang. Eine Teilnehmerin hat deshalb auch das Lesen eingestellt und sich das Wissen in der Diskussionsrunde innerhalb einer kleinen Gruppe geholt. Ein von mir durchaus intendierter Nebeneffekt.

Insgesamt hat sich die Methode also bewährt. Das lag auch daran, dass im Seminar ausreichend Zeit für gemeinsame Lektüre besteht.

Deutschland, Land der Verbote

Markusmind personal blog of Markus Diemann - Thu, 09/05/2019 - 15:24

Vor kurzem habe ich den Satz „In Deutschland ist grundsätzlich alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist“ vernommen und der ist bei mir hängen geblieben.

Heute habe ich mich an eine kleine empirische Überprüfung gemacht und bei mir die Straße runtergelaufen.

Es beginnt mit der Besonderheit, dass ich in einer Spielstraße wohne, die darum nur sehr eingeschränkte Parkmöglichkeiten bietet. Dazu kommt das für Innenstädte typische Vorrecht für Bewohner mit einem Parkausweis.

Weiter geht es mit einem Verbot zum Abstellen von Fahrrädern an der Wand. (Es gibt ausreichend Stangen in der Straße zum Abstellen der Zweiräder.)

Weiter geht es mit einer Variation des Fahrrad-Abstell-Verbotsschilds. Es ist etwas hübscher gestaltet und wirkt so (auch durch den fehlenden roten Rahmen und das fehlende Ausrufezeichen) weniger bedrohlich. Aber ein Verbot ist es trotzdem.

Dann haben wir ein Schild, mit dem das Abstellen von mehr oder weniger immobilen Gegenständen in einer Ausfahrt (wer kommt schon auf so eine Idee?) verbietet. Präzise wird beschrieben, dass die Einfahrt nicht unidirektional ist, um möglichen Missverständnissen vorzubeugen.

Beim nächsten Schild wird es weitaus bedrohlicher. Das Piktogramm verdeutlicht die ohnehin sehr klare Aussage zusätzlich. Bei Nichtbefolgen werden direkt Sanktionen angekündigt und offen gelassen, wie tief man in den Geldbeutel greifen muss.

Zum Abschluss meiner kleinen Studie dann ein Halteverbotsschild, das jedoch nicht exklusiv ist, sondern nur für die armen Menschen ohne Parkausweis.

Ich war erstaunt, wie vielfältig Verbote in meiner Straße ausgedrückt werden und auch darüber, wie wenig ich mir im Alltag darüber Gedanken machen. Selbst wenn wieder ein Strafzettel kommt, weil ich die präzis ausgeschilderte Parkanweisungen missachtet habe, ärgere ich mich nur kurz darüber.

Monatsnotiz April 2019

Markusmind personal blog of Markus Diemann - Thu, 02/05/2019 - 14:21

Ich glaube, dass ich Gefallen an dieser für mich neuen Rubrik finden werde, da es tagebuchähnlich und öffentlich mir die Gelegenheit gibt, den vergangenen Monat nochmal Revue passieren zu lassen.

Bevor es losgeht, noch eine kleine Notiz für mich selbst, mit psycho-hygienischer Absicht. Ich sitze gerade im ICE 585 von Lübeck nach Hannover, pünktlich losgefahren, dann wegen Menschen Tieren im Gleis ausgebremst und nun eine Verspätung von 20 Minuten eingefahren. Hat auch was Gutes, denn dafür muss ich nicht wieder einmal in den Ersatz-IC umsteigen, sondern warte in der DB Lounge auf den nächsten, regulären IC, der dann auch durchfährt von Hannover nach Hagen.

Für mich ging der Monat mit einem kleinen Urlaub, ein verlängertes Wochenende in Paris, los. Dort konnte ich noch den Notre Dame in voller, wenn auch eingerüsteter Blüte bestaunen, bevor er leider ein Opfer der Flammen wurde. Direkt im Anschluss an die Rückkehr ging es für mich wieder zum Flughafen HH, um von dort nach Dublin zu fliegen, denn die OER19 stand vor der Tür. Ich hatte mich im Vorfeld dazu entschlossen, die Reise von Dublin zum Konferenzort Galway mit einem Mietwagen zu machen, verbunden mit einem kleinen Roadtrip. Ich bin schon mehrmals in Großbritannien Auto gefahren und einmal in Zypern auch mit einem entsprechend ausgestatteten PKW. So freute ich mich auf die Wiederentdeckung vorherig erlernter Fähigkeiten.

Das Auto nahm ich direkt am Flughafen entgegen, stellte das Navi ein und fuhr los. Mein erster Stopp war eine kleine Küstenstadt südlich von Dublin. Das Wetter war gruslig regnerisch und der Fahrspaß hielt sich für mich in Grenzen. Nach Fish-and-Chips-Kaffee-Pause verließ ich den Ort und fuhr nach Limerick, wo ich mir ein Zimmer für die Nacht gebucht hatte. So langsam wurde das Wetter auch besser und das Road-Trip-Feeling stellte sich ein. Am nächsten Morgen gönnte ich mir ein Full Irish Breakfast, das mich auch über den ganzen Tag tragen sollte.

Full Irish Breakfast

Ein sehr typisches Reiseziel für Irland-Touristen sind die Cliffs of Moher, die ich mir auch wieder (Erstbesuch 1993) anschauen wollte. Es lohnt sich wirklich, die Aussicht ist atemberaubend, was ich auch in einem Tweet zum neidisch machen verarbeitete.

Getting ready for #OER19 with the ultimate Irish experience. pic.twitter.com/bhULFIiZ5m

— markusmind (@mdeimann) April 9, 2019

So konnte ich voll mit Irland-Impressionen in die zwei Konferenztage gehen. Praktischerweise gab es auch die Möglichkeit, kostenlose Parkplätze an der Universität zu nutzen, was mir die teueren Parkgebühren am Hotel ersparte. Auch sonst war die OER19 sehr gut organisiert und war trotz der höchsten Teilnehmer*innen-Anzahl aller Zeiten noch gewohnt familiär. Über die hohe Qualität ist schon mehrfach berichtet worden, ich stimme dem völlig. Es war eine überzeugende Mischung aus inspirierenden Keynotes und Sessions mit einem hohen interaktiven und partizipativen Charakter. Eine solche boten Jöran, Gabi, Sonja und ich auch an. Dabei ging es um die Idee der #untagetedopenness, d.h. den impliziten Vorstellungen über die Nutzungsmöglichkeiten, die wir uns bei der Erstellung von OER machen (siehe ausführlich dazu Jörans Meinungsbeitrag „Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Lernenden denken?!“). Dazu haben wir im Vorfeld ein kleines Video produziert. Zu Beginn der Session wurde das Video ebenfalls präsentiert, was für eine heitere Atmosphäre sorgte. Das OER-Publikum ist aber auch sehr dankbar für solche Aktionen. Daran anschließend ging es um die Diskussion von drei Leitfragen – vor Ort und im Netz. Zusammengefasst wurde das mittlerweile in diesem Blogpost. Auch die Aufzeichnung liegt vor.

Der Talk „Won’t somebody PLEASE think of the learners? Helen Lovejoy und OER

Nach der OER19 war wieder ein kleiner Urlaub über Ostern in meiner Heimat der Kurpfalz angesagt. Ich nutze dies für die Lektüre des Buchs Utopien für Realisten des niederländischen Historikers Rutger Bregman. Dieser sorgte während des Weltwirtschaftsgipfel in Davos mit für den Mainstream provozierenden Äusserungen für Furore. Ich war entsprechend gespannt auf das Buch. Es hielt meinen Erwartungen nicht stand. Gut gefallen hat mir die historische Einordnung von politischen Konzepten wie dem bedingungslosen Grundeinkommen, da hier deutlich wird wie diskursiv solche Themen sind und mit welchen perfiden Mitteln versucht wird, die politische Mehrheitsmeinung zu drehen mit erheblichen sozialen Auswirkungen. Weniger gelungen fand ich dagegen, die auf die Zukunft bezogenen Teile des Buches. Hier fehlen mir überzeugende und klar argumentierte Positionen. Bregman verbleibt meistens im Ungefähren und zieht sich mit Appellen an uns alle geschickt aus der Verantwortung, die er mit Aktionen wie in Davos oder seinem Buch sich aufgebaut hat.

An der FernUniversität stand für mich der wie gewohnt abwechslungsreiche Lehrstuhl-Alltag an. Auch eine neue Episode des Feierabendbier Open Education habe ich mit meinem viel beschäftigten Kompagnon Christian aufgezeichnet.

Monatsnotiz März 2019

Markusmind personal blog of Markus Diemann - Tue, 09/04/2019 - 09:01

Inspiriert, oder besser gesagt angespornt durch meinen Podcast-Partner Christian Friedrich, schreibe ich hier zusammen, was bei mir alles im Monat März angefallen ist.

Zum Monatswechsel war ich noch in Bahrain für die Akkreditierung der Kingdom University. Dazu wird es mehr Informationen geben, sobald der Bericht offiziell abgenommen und veröffentlicht ist. Wir sind gerade noch im Prozess die einzelnen Teile innerhalb des Panels und mit der zuständigen Behörde abzustimmen.

Viel Arbeit floss im März für einen DAAD-Antrag, den ich an der FernUniversität mit einem kleinen Team vorbereite. Mittlerweile haben wir die Skizze eingereicht und warten auf Feedback, ob wir in die nächste Runde kommen und dann einen Voll-Antrag ausarbeiten dürfen. Die bisherige Arbeit mit mehreren internationalen Partner*innen hat gezeigt, dass das Thema (mehr dazu auch später :=)) auf große Resonanz stößt und wir auch ohne Förderung weiter machen werden.

Für den Tag der Lehre an der DHBW-Karlsruhe durfte ich Keynote, Workshop und Zusammenfassung beisteuern. Es war eine sehr gut organisierte Veranstaltung, über die ich bereits hier gebloggt habe.

Für die OER19 in Galway habe ich mit J&K (Sonja, Gabi und Jöran) eine Einreichung vorbereitet. Mit einem Video soll die Diskussion zu #untargetedopenness initiiert werden: Welche unintendierten Nebenwirkungen kann es bei der Erstellung von OER geben? Für die OER-Tagung ein sicher dankbares Thema.

Daneben stand bei mir Lehrstuhl-Organisation in Hagen und verschiedene Gutachter-Tätigkeiten an.

Warum Bildung in der digitalen Welt offen, digital und partizipativ sein muss

Markusmind personal blog of Markus Diemann - Fri, 29/03/2019 - 09:06

So der Titel meiner Keynote gestern beim Tag der Lehre an der DHBW Karlsruhe. Leitthema der Veranstaltung war: Teilen?! – Lehrmaterial nutzen, anpassen und tauschen

OER als eigenständiges Thema zu setzen fand ich bemerkenswert, da die Diskussion seit einigen Jahren stark vom „Mega-Trend“ Digitalisierung dominiert ist. Es geht dann um Strategien und technologische Innovationen (KI, Blockchain), so dass pädagogische und bildungspolitische Fragen in den Hintergrund rücken. Darauf bin ich in meinem Vortrag dann eingegangen und habe zunächst einmal die „unerhörte Begebenheit“ erzählt, als sich das MIT 2001 dazu entschloss, einen Teil seiner Materialien unter einer freien Lizenz ins Netz zu stellen. OER wurden dadurch „geboren“ und verbreiteten sich rasch auf der Welt (mit Ausnahme von Deutschland :=)). Dann kam die MOOC-Maschine ab 2012 und verdrängte OER und damit Werte wie Partizipation und Freiheit. Nachdem man sich vom MOOC-Hype etwas erholt hatte und merkte, dass damit nicht viel gewonnen ist, wurde das Thema breiter gezogen, so wie es die KMK in ihrer Strategie bezeichnet hat: Bildung in der digitalen Welt. In dieser Welt spielen Fragen des Teilens eine wichtige Rolle, so dass wir wieder bei OER angelangt sind.

Nachdem die BMBF-Förderung zu OER größtenteils ausgelaufen ist, braucht es weitere Maßnahmen, um das Thema prominent zu halten. Ein Aspekt, der gestern auch vorgestellt wurde, ist eine OER-Policy einzuführen, die idealerweise auch mit der Digitalisierungsstrategie der Hochschule verzahnt ist. An der Basis passiert, nicht nur an der DHBW viel, das braucht allerdings Beachtung und Wertschätzung, damit dass immer noch recht zarte Pflänzchen OER weiter wachsen und gedeihen kann.

Wie immer teile ich hier die Ressourcen zum Vortrag: Folien, Manuskript und Audiomitschnitt.

Über den Tag hinweg haben wir mit einem Padlet gearbeitet und dabei eine lebhafte Diskussion zu Pro und Contra OER visualisieren können.

Was kann/soll/ist Präsenz-Universität heute?

Markusmind personal blog of Markus Diemann - Thu, 21/02/2019 - 08:10

Ich durfte den Tag der Lehre an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen mit einer Keynote zur Frage: Was kann/soll/ist Präsenz-Universität heute? eröffnen.

Wie immer habe ich dazu ein Manuskript verfasst, das ich hier teile und mich über Kommentare freue.

Auch die Slides gibt es hier drunter, sowie einen Audio-Mitschnitt.

Viel Spaß beim Hören und Lesen.

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